Breitbandausbau Trebsen: Unhaltbare Zustände für Anwohner

Nicht erst seitdem klar ist, dass durch den perspektivischen Ausbau der Staatsstraße in Seelingstädt der Glasfaserausbau in Trebsen weiter ins Stocken gerät, verlangt dieser den Anwohnern einiges ab. „Seit mehr als einem Jahr ist die Straße vor unserem Grundstück geöffnet. Versiegelt wurde sie nicht, sondern nur mit Schotter grob verfüllt.“ berichtet Anwohner Jürgen Bönitz aus der Trebsener Kernstadt. „Ich verstehe das nicht. Wenn ich privat ein Gerüst im öffentlichen Raum aufstelle, muss ich auch Maßnahmen zur Verkehrssicherung ergreifen. Hier wird einfach darüber hinweggesehen. Das ist ein unhaltbarer Zustand. Daher fordere ich die Stadt auf, die Straßen endlich wieder in einen ordnungsgemäßen Zustand zu versetzen, oder auf die Deutsche Glasfaser einzuwirken, damit diese das schnell tut. Schließlich handelt es sich um kommunale Straßen, für die die Stadt zuständig ist .“

Auch der für Trebsen zuständige Ortsverband der Partei DIE LINKE. Grimma/Colditz zeigt sich empört. „Was wir in Sachen Breitbandausbau in Trebsen gerade erleben, ist ein Negativbeispiel dafür, wie die Rosinenpickerei privater Konzerne unser Gemeinwesen gefährdet. Während gewinnbringende Bereiche privatisiert werden, darf sich der Steuerzahler um die nicht wirtschaftlichen Bereiche kümmern. Hier zeigt sich, was passiert, wenn trotz vorhandener Verträge ein Bereich plötzlich nicht mehr als Gewinnbringend eingestuft wird. So etwas darf nicht passieren“ erklärt Maximilian Schöpe (29), Vorsitzender der Ortsgruppe. „Gerade die letzten 30 Jahre sollten uns gelehrt haben, dass die Privatisierungen im Bereich öffentlicher Daseinsvorsorge&Infrastruktur alles andere als effizient waren und fast immer mit Mehrkosten für die Bürger*innen verbunden waren. Deshalb setzen wir uns auch weiterhin dafür ein die öffentliche Daseinsvorsorge wieder in die öffentliche Hand zu bringen. Die Privatisierung der Telekom in den 90er Jahren war ein schwerer Fehler. Es kommt nicht von ungefähr, dass Deutschland heute eine schlechtere Breitbandversorgung hat als z.B. Albanien.“

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